Kommentar: DUH und ICCT schenken mal wieder kalten Kaffee ein

In Sachen Betrug müsste sich der amerikanische International Council on Clean Transportation (ICCT) eigentlich bestens auskennen. Schließlich war er in den USA wesentlich daran beteiligt, den Dieselmotor-Manipulationen von Volkswagen auf die Schliche zu kommen. Aktuell hat es der Verband jetzt erneut vor allem in Deutschland geschafft, sich in die Schlagzeilen zu drängen.

Diesmal selbst mit einem Betrug. Zu allem Überfluss mit einem Blödsinn, der hier zu Lande kritiklos in Presse, Funk und Fernsehen verbreitet wurde. Zum Beispiel von „Zeit online“, „Welt“, „Handelsblatt“ und „Süddeutscher Zeitung, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Der „Südwestrundfunk verbreitete die Fake News sogar als Aufmachermeldung.

Es ging um das Thema Spritkonsum. Laut einer aktuellen Studie des ICCT weiche nämlich in Europa der reale Treibstoffverbrauch je Modell immer noch um durchschnittlich 39 Prozent von den Angaben der Automobilhersteller nach oben ab. Anlass genug für die sogenannte Deutsche Umwelthilfe (DUH) diese Vorlage schamlos anzunehmen und mit markigen Worten in gewohnter Weise auf die Pauke zu hauen. Diesmal ist ausnahmsweise nicht Geschäftsführer Jürgen Resch der Wortführer, sondern dessen Stellvertreterin Barbara Metz, die wie ihr Chef nicht aufhört zu fordern, Automobilhersteller, die bei Angaben zum Spritverbrauch ihre Kunden täuschen würden, zur Rechenschaft zu ziehen. Wörtlich spricht sie von einem „Betrug der Autoindustrie".

Was sie und auch der ICCT vornehm unter den Tisch fallen lassen ist die Tatsache, dass die Grundlagen der angeblich neuen ICCT-Untersuchung in Wirklichkeit kalter Kaffee von vorgestern sind. Tatsächlich fußen sie nämlich auf Daten von 1,3 Millionen Fahrzeugen aus 15 Datenquellen und acht Ländern aus dem Jahr 2017, sind also längst überholt. Damals galt nämlich zur Abgas- und Verbrauchsuntersuchung noch bis zum 1. September der Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ). Erst danach trat die Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure (WLTP) in Kraft, zunächst für die Typprüfung neuer Modelle und neuer Motorvarianten, ab 1. September 2018 für neu zugelassene Fahrzeuge.

Heute gültige, also korrekte Zahlen liegen der ICCT überhaupt nicht vor. Was soll also das Ganze?

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die WLTP-Werte der nackten Wahrheit immer mehr nähern. Ein Prüfverfahren im Labor wird immer zu standardisierten Werten gelangen. Ein genaues Abbild der tatsächlichen Verbräuche, die durch unterschiedliche Fahrer und deren unterschiedliches Fahrverhalten verursacht werden, lässt sich halt nicht über einen Kamm scheren.

Wahrscheinlich aber ist der Grund für das gemeinschaftliche Blaskonzert von ICCT und DUH ganz woanders zu suchen. Die deutsche Niederlassung des amerikanischen Verbands schaufelt seit Jahren beträchtliche Summen in die DUH-Kasse, womit sich die Kooperation von selbst erklärt. Und die ICCT-Aktion selbst, in der die Autos von Mercedes und BMW besonders schlecht wegkommen, könnte Teil eines Rachefeldzugs sein. Als die Amis VW entlarvten, versuchten sie sich auch an den beiden deutschen Premiummarken, bissen sich jedoch an ihnen die Zähne aus.

Jetzt zitierte die in punkto seriösem Journalismus über jeden Zweifel erhabene „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) die DUH und schrieb: „Dass die Autos von Audi, Volkswagen, Porsche, BMW, Mini, Mercedes-Benz oder Volvo „immer noch viel mehr Kraftstoff verbrauchen und Emissionen ausstoßen, als von den Herstellern angegeben“, ist mindestens eine steile These – wenn nicht Fake News." Weiter hieß es: „Der Betrug der Umwelthilfe und ihrer Helfershelfer muss beendet werden."

Dem ist nichts hinzuzufügen. (ampnet/hrr)




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Hans-Robert Richarz.

Hans-Robert Richarz.

Foto: Auto-Medienportal.Net