Kommentar: Mit Crowdfunding statt Steuergeldern

Der Münchener Verkehrsclub Mobil in Deutschland macht Front gegen das Hätschelkind der Politik: Es geht um ein Gegenstück zur Deutschen Umwelthilfe, jenem eher undurchsichtigen Verein, der sich nicht nur durch freiwillige Spenden, sondern vor allem durch einen gnadenlosen Abmahnapparat finanziert – und obendrein von Behörden und Ministerien Steuergelder zugeschanzt bekommt.

Mit diesem Finanzpolster zieht die DUH immer wieder vor Gericht oder versucht Kommunen und Institutionen anderweitig unter Druck zu setzen, um den Individualverkehr zu beschränken. Und nicht selten stößt sie dabei auf offene Ohren.

Die Auto fahrende Mehrheit im Lande fühlt sich dieser geballten Attacke zunehmend hilflos ausgeliefert. Denn der ADAC, der mit über 20 Millionen Mitgliedern als scharfes Schwert agieren könnte, präsentiert sich als Totalausfall; nicht einmal gegen ein Tempolimit mag er sich mehr positionieren. Und der Industrieverband VDA scheint vor allem daran interessiert, fortlaufend Subventionen für Elektroautos zu sichern. Denn ansonsten dürften die Abermilliarden, die ohne nennenswerte Kundennachfrage in diese Technologie gesteckt wurden, spurlos versickern.

In die scheunentorgroße Lücke stößt der Münchener Dr. Michael Haberland mit dem von ihm gegründeten Verein Mobil in Deutschland, einem Club, der nicht nur das übliche Versicherungsspektrum von Automobilclubs abdeckt, sondern sich auch – ähnlich wie der traditionsreiche AvD – für die Interessen von Autofahrern einsetzt. Eine Crowdfunding-Kampagne, mit der bereits über 25.000 Euro eingesammelt werden, soll den Aktivitäten jetzt zusätzlichen Schub verleihen.

„Wir brauchen kein Tempolimit, keine Euro-7-Norm, keine Pop-up-Radwege, keine Fahrverbote in Städten und auch sonst keine Schikanen gegen Autofahrer“, erläutert Haberland im Interview mit Focus Online – und berichtet über Planungen für Umfragen zu Verkehrsthemen, Veranstaltungen sowie Klagen gegen Zumutungen wie die Pop-up-Radwege: „Wenn es sein muss, werden wir auch vor Gericht die Interessen der Autofahrer durchsetzen.“

Freiwilliges Crowdfunding statt Zwangsfinanzierung durch den Steuerzahler: Man darf gespannt sein, ob es Haberland gelingt, den verkehrspolitischen Diskurs in Deutschland wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. (ampnet/jm)


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Bilder zum Artikel

Dr. Michael Haberland, Gründer und Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland.

Dr. Michael Haberland, Gründer und Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Mobil in Deutschland