Wortklauberei (17): Vier Türen sind zwei zu viel

Es mangelt den Autoherstellern nicht an Phantasie, wenn es darum geht, sich selbst neue Segmente zu erfinden. Aus Limousinen mit hinten flach abfallender Dachpartie wurden plötzlich viertürige Coupés. Die Bezeichnung Coupé, so wissen es nicht nur Wikipedia oder der Duden, stammt noch aus den Tagen der Pferdewagen und bezeichnete eine zweisitzige, geschlossene Kutsche. Die sah den damaligen Zeitgenossen eben wie eine kupierte (abgeschnittene) viersitzige Kutsche aus, bei der üblicherweise nur die beiden hinteren Sitze überdacht waren, der Fahrer aber vorne im Freien saß.

Von einem verkürzten Fahrzeug kann bei einem coupéhaft gezeichneten Viertürer jedenfalls keine Rede sein. Und da fließende Limousinenformen auch keine Erfindung des 21. Jahrhunderts sind, ist das Design eines Audi A5 Sportback, Mercedes CLS oder BMW 4er Gran Coupé keineswegs so neuartig, wie es uns die Marketingstrategen gerne verkaufen wollen. Aber niemand käme eben auf den Gedanken, zum Beispiel den Rover P5 oder gar den Citroën DS als viertüriges Coupé zu bezeichnen. Und auch wenn ein Coupé durchaus vier Sitze haben kann, mehr als zwei Türen hat es jedenfalls nicht.

Aber da die Kreativabteilungen schon einmal dabei waren, ersonnen sie vor nicht allzu langer Zeit auch gleich noch das nächste Coupé – das SUV-Coupé. Natürlich wieder mit vier statt zwei Türen. Wir sind gespannt, wann das erste Auto auf den Markt kommt, das diese Bezeichnung tatsächlich verdient. Das wäre dann tatsächlich einmal ein wirklich neues Fahrzeugsegment. (ampnet/jri)


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Jens Riedel.

Jens Riedel.

Foto: Auto-Medienportal.Net