Vorstellung Ford Bronco: Eine US-Legende nimmt Kurs auf Europa

Was mit den beiden Mustang-Modellen funktioniert, dürfte auch im Offroad-Bereich klappen, dachte sich wohl die Mannschaft von Ford. Deshalb holt die Marke das US-Modell Bronco ganz offiziell über den großen Teich. Der Geländewagen im Retro-Look wird im Gegensatz zur amerikanischen Variante bei uns jedoch nicht als Zweitürer, sondern ausschließlich mit vier Türen angeboten. Dies gab der Hersteller gestern anlässlich des US-Nationalfeiertages Independence Day in Köln bekannt.

In Amerika zählt der Bronco zu einem der kultigsten Offroader, der dort aufgrund seines kantigen Designs sowie seiner hervorragenden Geländeeigenschaften eine riesengroße Fangemeinde hat. Für den europäischen Markt ist der allradgetriebene Bronco allerdings limitiert. Auch sind unsere englischen Nachbarn vom Import des Bronco ausgeschlossen, da er nur als Linkslenker nach Europa kommen wird. Wie hoch die Stückzahlen insgesamt sein werden oder genauere technische Daten gab Ford noch nicht bekannt und verweist auf die erst gegen Ende 2023 stattfindende Markteinführung.

Fest steht aber, dass die amerikanischen Kunden beim 4,81 Meter langen Bronco zwischen zwei Motorisierungen wählen können. Ein 2,3-Liter Vierzylinder-Benziner mit 300 PS (221 kW) bildet den Einstieg, während ein 2,7-Liter großer Biturbo-V6 mit 330 PS (243 kW) etwas mehr bietet. Neben einem Siebengang-Schaltgetriebe steht US-Kunden aktuell eine Zehnstufen-Automatik zur Verfügung.

Außerdem sind zwei verschiedene Allradsysteme im Angebot. Während die Straßenvariante mit einem elektronischen Zweigang-Verteilergetriebe ausgerüstet ist, arbeitet das Verteilergetriebe bei der Topmotorisierung elektromechanisch und schaltet bei Bedarf zwischen Heck- und Allradantrieb automatisch um. Bei der für den harten Offroadeinsatz konzipierten Variante „Badlands“ kommen noch ein deaktivierbarer Querstabilisator sowie eine Reihe von Differenzialsperren und Assistenzsystemen hinzu, die den Fahrer in schwierigem Gelände genauso unterstützen wie die grobmaschig geschnittenen Stollenreifen. Überhaupt steht der Bronco auf üppig dimensionierten Reifen, die bis zu 35 Zoll groß sind.

Damit der Bronco überall eine gute Figur abgibt, gibt es sieben verschiedene Fahrmodi. Die sind allesamt unter der Bezeichnung G.O.A.T. (goes all Terrain) zusammengefasst. Während die Programme „Eco“, „Normal“ und „Rutschig“ für befestigte Wege gedacht sind, stehen die Einstellungen „Schlamm“, „Sand“, „Steinig“ und der besonders geländegängige „Baja“-Modus für den Offroad-Einsatz bereit.

Fast genauso wandelbar wie die reichlich vorhandenen Fahrprogramme gibt sich die Karosserie. Neben dem Hardtop können zahlreiche Komponenten abgebaut oder die vier Türen in gut acht Minuten komplett herausgenommen werden. Allerdings ist letzteres bei uns nicht im Straßenverkehr, sondern nur auf Fahrten über privates Gelände erlaubt.

Optisch übernimmt die Neuauflage des kantig geformten Bronco Anleihen der ersten Generation von 1966 und vermischt sie mit der Neuzeit. Wie eine erste Sitzprobe zeigt, gilt das auch für den Innenraum. Die verwendeten Materialien wirken auf den ersten Blick zwar recht einfach und amerikanisch, doch lässt sich das Cockpit genauso einfach reinigen wie die mit einer speziellen Gummimischung überzogenen Schalter im oberen Bereich.

Der Fahrer blickt auf ein modernes TFT-Kombiinstrument sowie den zwölf Zoll großen Touchscreen des Multimediasystems Ford Sync 4 rechts daneben. Die Updates des Systems erfolgen zeitgemäß „Over-the-Air“, eine Smartphone-Integration ist ebenso selbstverständlich. Je nach Ausstattungsversion steht außerdem ein Premium-Soundsystem von B&O bereit.

Was der Bronco letztendlich bei uns kosten wird, bleibt noch offen. Aber bis Ende 2023 ist ja auch noch viel Zeit. (Guido Borck, cen)


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Ford Bronco.

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Foto: Autoren-Union Mobilität/Guido Borck


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