Im Bücherregal: 50er-Nachlese

Mit „Jungs, Eure 50er“ und „Jungs, Eure 80er“ hat Frank Rönicke in den vergangenen zwei Jahren an die wilde Zweiradzeit der Mofas, Mokicks und Kleinkrafträder in den Siebzigern und Achtzigern erinnert. Dabei blieb das eine oder andere noch ungesagt, die eine oder andere Marke unerwähnt. Deshalb gibt es jetzt noch einen Nachschlag. Der zweite Band von „Jungs, Eure 50er“ trägt den Untertitel „Noch mehr zu den 50ern der 70er“.

Die Überschneidungen mit dem ersten Band halten sich bei der Nachlese in Grenzen. Der Autor richtet das Augenmerk diesmal unter anderem etwas stärker auf den damals blühenden Versandhandel. Neckermann, Karstadt, Quelle und Co. boten Mofas, Mopeds und Mokicks von Batavus und anderen Herstellern oft unter Eigennamen an. Bei Kaufhof fand sich beispielsweise aber auch sogar einmal kurz die Honda Dax im Katalog. Die Modellflut war enorm, unterschieden sich Mofa und Moped doch oft nur durch die Topspeed (und den vorgeschriebenen Rückspiegel für den zweiten Fall), während bei Mokicks und Kleinkrafträder oft nur der verwendete Motor anders war. Roller, wie sie heute das Gros der „Mopeds“ darstellen, waren damals eher verpönt oder als „Hausfrauengefährt“ verschrien. So wurde ein Modell gar als „Roller für alle, die keinen Roller fahren wollen“ beworben. Größter Hersteller von 50-Kubik-Zweirädern war in den 1970er-Jahren übrigens Simson aus Suhl in der DDR.

Frank Rönicke erinnert aber auch noch einmal an Marken wie Garelli, Gilera oder Testi sowie das Velosolex oder das Minibike Motograziella. Auch Tomos, erst vor wenigen Jahren pleite gegangener slowenischer Hersteller klassischer Mofas und Mopeds, fehlt in der Nachreichung nicht. Nach dem Aus des Peugeot Vogue vor fünf Jahren war es der letzte europäische Hersteller seiner Art. Lediglich in der Schweiz baut die Firma Amsel unter dem Markennamen Pony zwei Mofa-Modelle herkömmlicher Bauart. Wegen der anderen Gesetzgebung im Nachbarland sind sie bereits für Fahrer ab 14 Jahren zugelassen und 30 km/h schnell. Sie werden daher auch nur in ihrem Heimatland verkauft.

Ergänzt wird das Buch um ein etwas längeres Kapitel über die 50er im Motorsport, wo die kleinen Zweitakter zum Teil über 20 PS leisteten und sich neben Kreidler auch Bultaco und Derbi in den Siebzigern in die Siegerlisten eintrugen. Alle drei Firmen existieren heute nicht mehr.

„Jungs, Eure 50er – Noch mehr zu den 50ern der 70er“ von Frank Rönicke ist im Motorbuch-Verlag Stuttgart erschienen. Das Buch hat 96 Seiten mit 120 Abbildungen und kostet 14,95 Euro. (Jens Riedel, cen)


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„Jungs, Eure 50er – Noch mehr zu den 50ern der 70er“ von Frank Rönicke.

„Jungs, Eure 50er – Noch mehr zu den 50ern der 70er“ von Frank Rönicke.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Motorbuch-Verlag