Caravan-Salon 2022: Niesmann und Bischoffs feiner Liner

Für manche ist das einfach die Königsklasse, andere sagen, das habe mit Camping nichts mehr zu tun. Die Rede ist von den Linern, die mit Komfort und Luxus Kunden überzeugen wollen. Mit Aufbaulängen von mehr als acht Metern und bis zu 2,5 Metern Breite gehören sie zu den Dickschiffen unter den Reisemobilen, automatisches Nivellieren im Stand mit Hubstützen, große Tanks für Frisch- und Abwasser sowie Elektroinstallationen für mehrere Tage Autarkie gehören zum Standard. Einer der ersten Hersteller, der die Liner in größerer Stückzahl fertigte, waren Niesmann und Bischoff, denen mit dem Modell Clou ein sensationeller Wurf gelang.

Der Clou ist Geschichte, das Unternehmen gehört heute zur Hymer-Gruppe, hat aber sein bekanntes Territorium weiter gehütet. Neu aufgelegt präsentiert sich beim morgen endenden Caravan-Salon in Düsseldorf das beste Pferd im Stall der Marke, der Flair. Er geht in zwei Aufbaulängen mit 8,87 und 9,27 Metern an den Start, die Preisliste beginnt mit 214.900 Euro für den Flair 880, den größeren 920 gibt es für 216.900 Euro.

Die Ansicht der beiden Liner ist frischer geworden. Muntere Dekore nehmen den großen Flächen die Langeweile, die neuen Scheinwerfer vorn in LED-Ausführung geben dem Bug Statur und rahmen einen Chromgrill mit vier Spangen ein. Die verschiedenen Stau- und Serviceklappen kommen nicht ohne sichtbare Schlösser aus, was die Seitenschürzen unruhig macht. Für Türen mit verdeckten Scharnieren und Schlössern muss es dann wohl doch noch eine Klasse höher (und teurer) sein. Innen geht es kompromissloser zu, hochwertige Materialien und eine umfangreiche technische Ausstattung sorgen für Fünf-Sterne-Atmosphäre. Die Wände sind mit akustisch wirksamem Filz verkleidet, das haben die Innenarchitekten vom kleineren i-Smove übernommen, der vor zwei Jahren Premiere feierte. Von dem hat der große Bruder auch die patentierte Sitzbank übernommen, aus der mit wenigen Handgriffen zwei gurtgesicherte Plätze für Mitfahrer werden. Schiebetüren aus Rauchglas oder die barrierefreie Duschtasse aus Mineralwerkstoff sind nur einige Glanzlichter des Neuen.

Die beiden Grundrisse unterscheiden sich nur marginal, beide haben ein Schlafzimmer mit freistehendem Doppelbett (2,02 mal 2,04 Meter) im Heck, nach vorne schließt der Waschraum mit separater Duschkabine an. Es folgen die Küche (auf Wunsch mit Backofen, Geschirrspüler oder Mikrowelle), Richtung Fahrerhaus gibt es eine Face-to-Face-Sitzgruppe für bis zu sechs Gäste. Über den schwenkbaren Pilotensitzen schwebt ein Hubbett, das zwei weiteren Mitfahrern das Übernachten ermöglicht.

Serienmäßig ist der Liner mit einer 100 Ah starken Lithium-Batterie ausgestattet, je nach Bedarf lässt sich die Anlage mit weiteren Akkus auf 600 Ah ausbauen. Bis zu vier Solarmodule passen aufs Dach und mit Hilfe eines Wechselrichters mit sauberer Sinuskurve können auch empfindliche und leistungsstarke Haushaltgeräte oder Unterhaltungselektronik betrieben werden. Der Frischwassertank fasst 370 Liter, im Liner Paket für 9990 Euro ist unter anderem eine Keramiktoilette mit 200-Liter-Festtank enthalten. Dazu gehören außerdem Echtglasfenster und eine Warmwasser-Fußbodenheizung. Für die Entleerung sorgt ein kameraüberwachtes Elektroventil, das vom Fahrersitz aus bedient wird.

Eine Alleinstellung bekommt der Flair dank seines umfassenden Sicherheitspakets. Er ist weiterhin der einzige Liner, der nach Angaben des Herstellers Airbag, ESP, Gurtstraffer und einen Crash-Assistenten für die Bremse integriert. Als Basis dient dem Flair der Iveco Daily mit dem 3,0-Liter-Vierzylinderdiesel, der 207 PS (152 kW) und 470 Newtonmeter Drehmoment liefert. Abhängig von der Ausstattung wiegt der Flair unbeladen 5281 beziehungsweise 5528 Kilogramm, das erlaubte Gesamtgewicht liegt bei 7,49 Tonnen. Anhängen dürfen beide Versionen bis zu 3300 Kilogramm, in die Heckgarage unter dem Schlafzimmer finden bei einer Höhe von 1,35 Meter und einer Nutzfläche von 2,22 mal 1,5 Metern auch große E-Bikes neben der üblichen Ausrüstung wie Campingmöbel und Grill mühelos Platz.

Der Flair ist ein Blickfang und gehört zu den beliebtesten Volumenmodellen in seinem Segment. Die Schlangen vor den ausgestellten Modellen auf dem Caravan-Salon in Düsseldorf waren deutlich länger als vor anderen Mobilen. Was für die Beachtung der Hygiene-Maßnahmen für Besucher und Standpersonal gleichermaßen eine anspruchsvolle Aufgabe war.
(Michael Kirchberger/cen)


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Bilder zum Artikel

Caravan-Salon 2022: Niesmann + Bischoff Flair.

Caravan-Salon 2022: Niesmann + Bischoff Flair.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Michael Kirchberger


Niesmann + Bischoff Flair.

Niesmann + Bischoff Flair.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Niesmann + Bischoff


Niesmann + Bischoff Flair.

Niesmann + Bischoff Flair.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Niesmann + Bischoff


Niesmann + Bischoff Flair.

Niesmann + Bischoff Flair.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Niesmann + Bischoff


Niesmann + Bischoff Flair.

Niesmann + Bischoff Flair.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Niesmann + Bischoff


Niesmann + Bischoff Flair.

Niesmann + Bischoff Flair.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Niesmann + Bischoff