Im Bücherregal: Der King und seine Liebe zu Autos

Er ist nicht nur der nie enthronte King of Rock’n’Roll, sondern ist auch ein Autonarr und Motorradfan gewesen. Dennoch befanden sich bei seinem Tod neben je drei Traktoren, Motorrädern und Trikes sowie einigen Schneemobilen „nur“ acht Autos in seinem Besitz. Dabei soll der legendäre Sänger in seinem Leben rund 200 Stück besessen haben. Einem Großteil von ihnen spürt Siegfried Tesche nun in seinem Buch „Motorlegenden – Elvis Presley“ nach.

Die Fahrzeugleidenschaft von Elvis Presley begann früh. Vater Vernon soll ihn bereits 1944 hinter das Lenkrad eines Ford Model A gelassen haben, während er selbst daneben auf dem Beifahrersitz saß und Anweisungen gab – Elvis war damals neun Jahre alt. Mit zwei Jahren bekam er sein erstes eigenes Fahrzeug: ein Fahrrad der Marke Shapleigh. Es wurde gut zehn Jahre lang genutzt und nie entsorgt. Ein Fan machte die Erben 2020 auf die rostigen Überreste in Elvis‘ Domizil „Graceland“ aufmerksam.

Ein Lincoln Zephyr Club Coupé von 1942 mit 5,0-Liter-V12-Motor war dann das erste Auto des Musikrebellen aus Memphis. Er bekam den Wagen zum 18. Geburtstag von seinen Eltern geschenkt. Siegfried Tesche weiß nicht nur hier von einigen technischen Problemen zu berichten. Fast schon minuziös berichtet er, für welche Tour welches Auto benutzt wurde oder wie viele Meilen es gerade auf dem Buckel hatte und in welchem Zustand es sich befand. Zum Jahreswechsel 1954/1955 kaufte sich Elvis dann ebenfalls einen Lincoln als erstes Auto von seinem eigenen Geld. Nur ein paar Monate später folgte „am 6. oder 9. März 1955“ der erste Cadillac, nachdem der Lincoln „ungefähr am 5. März 1955“ in einen Unfall verwickelt worden war, wie der Autor recherchiert hat. Schon mit diesem gebrauchten Fleetwood Series 60 Special zeichnete sich die Vorliebe von Elvis Presley ab, seinen Autos mit speziellen Lackierungen eine persönliche Note zu geben.

Detailreich nennt der Autor Farben, Umlackierungen, Innenausstattung oder die Nummernschilder einzelner Fahrzeuge und spürt ihrem Verbleib nach. Die Vorliebe des Sängers galt vor allem der Marke Cadillac, aber auch – nicht zuletzt durch seine Militärzeit in Bad Nauheim – deutsche Autos waren ihm nicht fremd. Sogar einen Messerschmitt Kabinenroller besaß der King of Rock’n’Roll. Den schenkte ihm allerdings seine Plattenfirma. Umgekehrt war Elvis selbst generös, wenn es um Autos (und Motorräder) ging. Viele seiner Fahrzeuge verschenkte er einfach oder er kaufte fast schon im Dutzend neue für Freunde und Bekannte. Ein besonderes Auto im Leben des Musikers war ein Lieferwagen. Er nutzte einen alten 1948er Chevrolet Panel Truck, um in Arbeitsjacke und mit Mütze inkognito einfach nur spazieren zu fahren. Seine letzte Vorliebe galt in den siebziger Jahren Autos von Stutz. Sein Leichenwagen war dann wieder ein Cadillac, begleitet von ein bis zwei Dutzend weiteren weißen Limousinen der Marke.

Rund 200 Fahrzeuge soll Elvis Presley im Laufe seines Lebens besessen haben. Nicht nur ihnen, sondern auch seinem am Ende nicht mehr ganz so glamourösen Leben widmet sich der Band der „Motorlegenden“. Die Kapitel und Unterkapitel sind mit Songtiteln des Sängers, der nie ein eigenes Lied komponiert hat, überschrieben. Die 150 Abbildungen zeigen nicht nur Autos, sondern auch Motive aus seinen Filmen und auch einige private Bilder. Leider sind nicht alle mit einem kurzen Hinweis unterlegt.

Das Buch kommt passend zum aktuellen Kinofilm von Baz Luhmann mit Austin Butler und zum 45. Todestag des Sängers am 18. August dieses Jahres. „Motorlegenden – Elvis Presley“ von Siegfried Tesche ist im Motorbuch-Verlag Stuttgart, hat 240 Seiten mit 150 Abbildungen und kostet 29,90 Euro. (Jens Riedel/cen)


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Bilder zum Artikel

„Motorlegenden – Elvis Presley“ von Siegfried Tesche.

„Motorlegenden – Elvis Presley“ von Siegfried Tesche.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Motorbuch-Verlag