Nachruf Tom Karen – er hat die 70er gestaltet

Sein Name ist nur Insidern bekannt, und doch hat er die Designkultur Europas maßgeblich geprägt: Der Brite Tom Karen, 1926 in Wien als Thomas Kohn geboren und Schöpfer einer Vielzahl nahezu ikonischer Produkte. Karen wanderte 1942 nach England aus und studierte dort Flugzeugbau und Kunsthandwerk, bevor er sich der Welt des Produkt- und Automobildesigns zuwandte.

Die Kernperiode seines Schaffens lag zwischen 1962 bis 1999; in dieser Zeit leitete er die renommierte Designfirma Ogle und war unter anderem verantwortlich für eine Reihe fortschrittlicher Designs – darunter der Reliant Scimitar GTE als erster in nennenswerten Stückzahlen gebauter Shooting Brake, das futuristische Dreirad Bond Bug und die Lastwagen-Serie Leyland T45. Karen zeichnete auch den Aston Martin Sotheby Special und den großzügig verglasten Prototypen Ogle Triplex auf Basis des Leyland Princess.

Doch auch außerhalb der Autobranche machte er sich einen Namen. Nur einige Höhepunkte: Der von ihm entwickelte Raleigh Chopper wurde zum Inbegriff des Bonanza-Rades, das TR-130-Radio war in Großbritannien allgegenwärtig, er entwarf die Landspeeder-Gefährte für den Filmhelden Luke Skywalker und er entwickelte das Murmelspiel Marble Run.

Doch auch mit Flugzeugen war er befasst, er schuf Skulpturen und sogar Crashtest-Dummies. 2019 wurde er für sein Lebenswerk als Officer (OBE) in den Orden des Britischen Weltreichs aufgenommen. Am 31. Dezember 2022 ist Karen mit 96 Jahren gestorben. (Jens Meiners/cen)



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Bilder zum Artikel

Reliant Scimitar GTE.

Reliant Scimitar GTE.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Newspress


Bond Bug.

Bond Bug.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Newspress