Chery-Deutschlandchef Xin Wu: „Wir sind kein Billiganbieter“
24. Juli 2025 Von Walther Wuttke
Vor gut einem Jahr ist Chery in Europa gestartet. Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Ergebnissen?
Xin Wu: Wir sind mit der Reaktion der europäischen Kunden sehr zufrieden. Wir haben seit unserem Start mehr als 10.000 Fahrzeuge in Europa verkauft. In Spanien setzen wir inzwischen mehr als 2000 Modelle pro Monat ab, in Italien sind es 1500, in Polen ebenfalls 1500, und in Großbritannien liegen wir bei mehr als 3000 pro Monat. Wir wachsen also ziemlich schnell.
Wann wird Chery in Deutschland an den Start gehen?
Unser offizieller Start ist nach der Internationalen Automobilausstellung in München im September geplant, und danach werden wir im vierten Quartal mit der Auslieferung der Fahrzeuge beginnen. Unsere ersten Modelle werden der vollelektrische Omoda 5 und der Jaecoo 7 mit Plug-in-Hybridtechnik sein. Im kommenden Jahr werden wir unsere Hybridmodelle auf den Markt bringen, sodass wir dann die gesamte Palette elektrifizierter Fahrzeuge anbieten werden. Unser Super Hybrid System ermöglicht im Jaecoo 7 eine Reichweite von mehr als 1200 Kilometer. Bei dieser Technik sind wir Marktführer in China.
Mit wie vielen Händlern gehen Sie an den Start?
Wir planen in der ersten Phase, vor allem die deutschen Großstädte abzudecken. Aktuell planen wir mit Stützpunkten an 40 Standorten in den wichtigsten deutschen Märkten. Tatsächlich zeigen inzwischen viele Händler Interesse, unsere beiden Marken in ihr Portfolio aufzunehmen, und einige der Showrooms werden gerade ausgebaut.
Andere chinesische Hersteller haben Probleme mit der Ersatzteilversorgung. Wie sieht es in diesem Bereich bei Chery aus?
Der Bereich After Sales spielt bei uns eine sehr große Rolle, um Vertrauen bei den Kunden aufzubauen. Wir wissen, wie anspruchsvoll die deutschen Kunden sind. Wir planen gerade unser Ersatzteilzentrum in der Nähe von Frankfurt. Wir wollen damit gewährleisten, dass die Ersatzteile innerhalb von 24 Stunden die Werkstatt erreichen. Unsere Kunden müssen also nicht auf Teile warten, die erst aus China geliefert werden müssen.
Wie sehen Sie die europäische Zollpolitik?
Die Zölle stellen für alle chinesischen Hersteller eine große Herausforderung dar. Deshalb müssen wir unser Produktionsnetzwerk unbedingt lokalisieren und Batterien und andere Teile zum Beispiel in Europa einkaufen. Daher stärken wir auch unsere Strategie in Europa für Europa und bauen europäische Einheiten auf, um so Jobs zu schaffen. In der Fabrik in Barcelona werden wir elektrische Modelle bauen. Welches Modell das genau sein wird, ist noch nicht entschieden.
In welchem Preisumfeld wird Chery mit den beiden Marken Omoda und Jaecoo in Deutschland starten?
Die genauen Preise kann ich noch nicht enthüllen, aber wir werden ganz bestimmt nicht als Billigmarke starten. Wir vergleichen uns mit unseren Wettbewerbern aus Korea und den anderen asiatischen Herstellern. Wir reden gerade mit potenziellen Partnern, um wettbewerbstaugliche Leasing- und Finanzierungsraten zu erreichen.
Wie werden die Modelle für den deutschen Markt vorbereitet? Gibt es ein spezielles Setup für Deutschland?
Der deutsche Markt ist sehr wichtig für uns und wir haben die Situation ausführlich analysiert. Die Kunden sind sehr anspruchsvoll, und wir müssen deshalb sicherstellen, dass unsere Produkte, die auf den deutschen Markt kommen, allen Ansprüchen gerecht werden. Wir haben bereits seit einigen Jahren ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Raunheim bei Frankfurt, wo unsere Modelle den deutschen Bedingungen angepasst werden.
Wo sehen Sie Chery in fünf Jahren?
In den kommenden fünf Jahren wollen wir bei den deutschen Kunden eine angesehene Marke für elektrifizierte Fahrzeuge werden. Wir denken nicht kurzfristig, sondern verfolgen eine längerfristige Strategie in Deutschland. Oder kurz und bündig: Wir sind hier, um zu bleiben. (aum)
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Xin Wu, Chef von Chery Deutschland
Photo: Chery via Autoren-Union Mobilität
Xin Wu, Chef von Chery Deutschland.
Photo: Chery via Autoren-Union Mobilität
Omoda 5.
Photo: Chery via Autoren-Union Mobilität
Omoda 5 EV.
Photo: Autoren-Union Mobilität/Chery
Omoda 5.
Photo: Autoren-Union Mobilität/Chery
Omoda E 5.
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Omoda E 5.
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Omoda E 5.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Jaecoo 7.
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Jaecoo 7.
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Jaecoo 7.
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Jaecoo 7.
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Jaecoo 7.
Photo: Autoren-Union Mobilität/Chery
Jaecoo 7.
Photo: Autoren-Union Mobilität/Chery