Fahrbericht Can-Am Traxter: Nicht zum Spielen da
3. August 2025 Von Jens Riedel
Doch der Anblick auf Asphalt ist eher selten, handelt es sich bei den Fahrzeugen doch, wie ein ATV, vor allem um Arbeitsgeräte für Land- und Forstwirtschaft, den Jäger oder den Gartenbaubetrieb sowie Kommunen, Campingplatzbetreiber oder Spezialfirmen, die die kleinen, aber extrem geländegängigen und flexiblen Fahrzeuge für ihre Arbeit gut nutzen können. Auch für Rettungskräfte aller Art eignen sich die Fahrzeuge in schwer zugänglichen Gebieten. Fehlt ABS, so wird ein UTV (Utility Task Vehicle) wie das Traxter als Traktor bzw. Zugmaschine eingestuft und weiterem Vortrieb bei 60 km/h eine Ende gesetzt. Das schließt dann auch eine Nutzung als Hobbyfahrzeug so gut wie aus. Mit ABS darf es in dieser Fahrzeugkategorie aber durchaus weit flotter vorangehen.
Der Unterschied zwischen einem SSV (Side-by-Side-Vehicle) oder UTV und einem ATV (All Terrain Vehicle) bzw. Quad ist recht einfach: Letzteres wird mit einem Motorradlenker gesteuert, Gas gegeben wird mit dem Daumen und wenn eine zweite Person mitfährt, sitzt sie hinter dem Fahrer. Beim UTV gibt es wie bei einem Auto ein Lenkrad, ein Gaspedal und mindestens zwei Sitze nebeneinander. SSVs gibt es sowohl als Arbeitsgerät als auch als Hochleistungsbuggy für die Freizeit oder den Motorsport.
Das (oder den?) Can-Am Traxter wird es in drei verschiedenen Motorisierungen, zwei Längen und auch dreiachsig sowie mit bis zu fünf Sitzen angeboten. Es gibt Ausführungen mit ABS und auch welche ohne Straßenzulassung. Das XU HD 7 T rangiert im internen Ranking an zweitunterster Stelle. 52 PS (38 kW) von Rotax treiben den Dreisitzer via CVT-Getriebe an. Der Ein-Zylinder-Motor mit 650 Kubikzentimetern Hubraum liegt ungekapselt unter der kurzen, von Hand kippbaren Pritsche und direkt hinter der Fahrerkabine. Bei 5500 Umdrehungen ist die Topspeed erreicht (zur Erinnerung, auch für Lkw gilt in Deutschland auf Landstraßen ein Tempolimit von 60 km/h).
Neben üppigen 28 Zentimetern Bodenfreiheit und über 25 Zentimetern Federweg bringt das XU schon serienmäßig eine Seilwinde mit über zwei Tonnen Zugkraft an der Front mit. Die Anhängelast des 3,20 Meter kurzen und 1,58 Meter schmalen SSV liegt bei über 1,1 Tonnen, Zugeladen werden können 680 Kilogramm. Wie es sich für ein echtes 4x4-Arbeitsgerät mit zuschaltbarem Allradantrieb gehört, sind ein Untersetzungsgetriebe, ein Sperrdifferenzial für die Hinterachse und eine automatische Differenzialsperre für die Vorderachse sowie eine Bergan- und eine abfahrhilfe vorhanden. Neben den Fahrstufen Eco und Normal steht ein spezieller Work-Modus zur Verfügung, der beispielsweise im Anhängerbetrieb bei vollem Drehmoment eine sanftere Gasannahme für präzises Arbeiten bietet.
Fahren lässt sich das Traxter ganz normal, und der Pkw-Führerschein reicht aus. Die dreistufige dynamische Serverlenkung sorgt für ein müheloses Handling. Der Blinker will allerdings noch von Hand zurückgestellt werden. Nicht nur der begeisternd kleine Wendekreis macht deutlich, dass ein kompaktes UTV im engen Gelände auch dort noch zurechtkommt, wo andere klassische Geländefahrzeuge kapitulieren müssen. Gewöhnen muss man sich beim Start allerdings erst einmal an den spät, aber dann heftig einsetzenden Kraftschluss der Automatik. Eine angenehme Überraschung ist das Gebläse mit seiner hohen Heizleistung in der doch recht luftigen Fahrerkabine.
Da ein SSV über Drei-Punkt-Sicherheitsgurte verfügt, besteht keine Helmpflicht. Can-Am empfiehlt den Kopfschutz aber und schreibt ihn zumindest seinen Mitarbeitern vor. Der Grund: Es gibt zwar halbe und ganze Türen als Zubehöroption, aber in der Regel sind lediglich Fangnetze vor den Einstieg gespannt und auch eine Windschutz- oder Heckscheibe gehört nicht zur Grundausstattung. Entsprechend groß ist die Zahl an Extras, mit denen sich jeder Käufer sein Traxter ganz nach seinen individuellen Bedürfnissen und Anforderungen zusammenstellen kann. Das Testfahrzeug wies 19 hauseigene Zusatzprodukte auf.
Der Einstieg in ein Can-Am Traxter gelingt ab 16.799 Euro. Das XU HD 7 T gibt es für 20.699 Euro, und für das Spitzenmodell Traxter Max XU 10 HD T mit Zweizylinder, 82 PS (61 kW), Doppelkabine und fast 31,8 Zentimetern Bodenfreiheit sowie ABS ruft Can-Am 29.399 Euro auf. (aum)
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Can-Am Traxter (mit Zubehör).
Photo: Autoren-Union Mobilität
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Can-Am Traxter.
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Can-Am Traxter.
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Can-Am Traxter. Halbe oder ganze Türen können aus dem umfassenden Zubehörangebot des Hauses bestellt werden.
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Can-Am Traxter.
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Can-Am Traxter: Mit diesem Decoder wird die digitale Diebstahlsperre deaktiviert.
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Can-Am Traxter (mit Zubehör).
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Can-Am Traxter.
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Can-Am Traxter: Das XU HD 7 T hat einen 650 Kubik großen Einzylinder von Rotax mit 52 PS.
Photo: Autoren-Union Mobilität