Kia mag’s kompakt – und künftig auch mit Stecker
15. August 2025 Von Frank Wald
Zugpferd in Kias Kompaktsegment ist nach wie vor der Sportage, der seit seinem Debüt 1993 weltweit mehr als sieben Millionen mal verkauft wurde. Auch die fünfte Generation, mit der Anfang 2022 erstmals eine speziell auf Europa zugeschnittene Modellvariante eingeführt wurde, fand in Deutschland bereits über 55.000 Käuferinnen und Käufer. Überarbeitet wurde jetzt vor allem die Antriebspalette. Die beiden 1,6-Liter-Turbobenziner bekamen eine kleine Leistungsspritze, die den Fronttriebler um zehn auf 150 PS (110 kW) und den Allradler sogar um 20 auf 180 PS (132 kW) erstarken ließ. Die stärkere Variante kommt auch im Hybridmodell zum Einsatz und ist dort mit einem ebenfalls kraftvolleren Elektroantrieb kombiniert (48 statt 44 kW) kombiniert. Die Gesamtleistung des Sportage Hybrid, der mit Front- oder Allradantrieb erhältlich ist, hat sich dadurch auf 239 PS (176 kW) erhöht (bisher 215 PS/158 kW). Zum Ende des Jahres folgt der überarbeitete Plug-in-Hybrid, der dann erstmals sowohl mit Allrad- als auch mit Frontantrieb erhältlich sein soll.
Und siehe da, auch der Diesel ist nach wie vor im Programm. Das 1,6-Liter-Mildhybrid-Aggregat leistet, nur mit Frontantrieb angeboten, unverändert 136 PS (100 kW) und dürfte mit seinem geringen WLTP-Verbrauch von 5,1 Litern (Schaltgetriebe) vor allem bei Vielfahrern hoch im Kurs stehen. Und dass mit einer verblüffenden Laufkultur, wie wir bei einer kleinen Runde auf den hessischen Feldberg feststellen konnten. Der Selbstzünder nagelt so zurückhaltend vor sich hin, dass eher noch die Windgeräusche der Außenspiegel ins Ohr dringen. Erst wenn beim Höhenanstieg oder Überholvorgängen auf der Landstraße spontan Leistung gefordert wird, macht sich der Motor akustisch bemerkbar. Aber ebenso mit seinem kräftigen Schub von 320 Nm ab 2000 Umdrehungen. Auch wenn für den Standardsprint auf Tempo 100, egal ob selbst geschaltet oder per Doppelkupplungsgetriebe DCT, lange 11,4 Sekunden vergehen und bei 180 km/h in der Spitze schon Schluss ist. Dafür werden sich Gespannfahrer über die 1950 Kilogramm Anhängelast freuen, die der handgeschaltete Selbstzünder an den Haken nehmen darf. Mit DCT-Automatik und Benziner sind es 300 Kilo weniger, beim Vollhybrid immerhin noch 1510 Kilogramm.
Optisch bleibt der Sportage seinem Erfolgsrezept treu, zeigt aber Feinschliff: gewachsen auf 4,54 Meter, LED-Tagfahrlicht im neuen „Star Map“-Design, angepasste Frontscheinwerfer im Stil der großen Brüder Sorento und EV 9, neue Felgen und frische Farben wie Magmarot Metallic und Wolfgrau Metallic. Innen fallen vor allem das neue Zweispeichen-Lenkrad ins Auge, das gewölbte Panoramadisplay (Serie ab Spirit) mit zwei 12,3 Zoll (31,2 Zentimeter) großen Bildschirmen und die Mittelkonsole mit strukturierter statt hochglanzschwarzer Oberfläche ins Auge. Optional projiziert ein 10-Zoll-Head-up-Display wichtige Infos direkt in die Frontscheibe. Unterhalb des Touchscreens soll eine so genannte Multi-Mode-Bedieneinheit mit zwei Drehreglern und einer Reihe von Sensortasten direkten Zugriff auf die wichtigsten Infotainment- und Klimatisierungsfunktionen geben. Allerdings sind die Regler und Tasten doppelt belegt, und so braucht es etwas Gewöhnung, bis man zwischen den verschiedenen Funktionen navigiert.
Apropos, technisch zieht Kias neuestes Infotainmentsystem „Connected Car Navigation Cockpit“ ein, mit Smartphone-ähnlicher Bedienung, kabellosem Android Auto und Apple CarPlay. Auch bei den Assistenzsystemen ist das volle Programm an Bord: vom Frontkollisionswarner über Spurhalteassistent bis zum Remote-Parkassistenten. Neben den bekannten Ausstattungslinien Vision, Spirit und GT-line wird als neue Einstiegsversion nur für den Hybrid die Ausführung Core angeboten. Zur Serienausstattung gehören neben Navigation, Kia Connect, Klimaautomatik und Smart- Key unter anderem LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Parksensoren vorn und hinten, Regen- und Dämmerungssensor und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen.
Die Preise beginnen bei 35.190 Euro für den Basisbenziner mit Schaltgetriebe, der Mildhybrid-Diesel startet ab 37.390 Euro und der Hybrid in der neuen Core-Ausstattung ab 38.990 Euro. Zum Ende des Jahres soll der überarbeitete Plug-in-Hybrid, erstmals mit Allrad- und Frontantrieb, folgen.
Zur gleichen Zeit soll dann auch schon der EV 5 als elektrisches Pendant zum Sportage verfügbar sein. Im Design kantig wie seine Elektro-Brüder EV 9 und EV 3 basiert das SUV auf derselben E-GMP-Plattform, soll mit seinem 81,4-kWh-Akku bis zu 530 WLTP-Kilometer Reichweite bieten und sich an der Schnellladesäule in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden lassen. Dank bidirektionaler Ladefunktion kann der EV 5 auch externe Geräte mit 220 Volt versorgen, etwa beim Camping, auf der Baustelle oder Strom ins Hausnetz einspeisen.
Der Innenraum ist auf maximale Alltagstauglichkeit getrimmt: Die Rücksitze lassen sich komplett flachlegen, wodurch eine zwei Meter lange Ladefläche entsteht. Dazu gibt’s ein cleveres Staufach in der Mittelkonsole und Lounge-Sitze mit Massagefunktion. Nachhaltige Materialien wie recycelter PET-Kunststoff und BTX-freier Lack setzen ein grünes Statement. Auch der EV 5 bringt Kias neuestes Panoramadisplay mit zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen plus 5,3-Zoll-Klimatouch mit. Das Klima lässt sich in drei Zonen regeln, dazu gibt’s Extras wie digitalen Schlüssel, Fingerabdruckerkennung, Harman/Kardon-Sound und ein breites Arsenal an Assistenzsystemen – vom Kreuzungs-Kollisionswarner bis zum Remote-Parkassistenten 2.0.
Mit dem Schrägheckmodell EV 4 und EV 4 Fastback schließlich haben die Koreaner die Elektrifizierung des klassischen Kompaktwagens im Blick. Das speziell für europäische Kunden entwickelte Schrägheckmodell ist mit 4,45 Meter Länge eine vollelektrische Alternative zum kompakten Kia-Bestseller Ceed und wird wie dieser auch im europäischen Kia-Werk in Zilina, Slowakei, produziert. Die Limousine läuft in Korea vom Band.
Auch diese beiden Modelle tragen das sogennnte„Star Map“-Tagfahrlicht mit vertikal ausgerichteten Scheinwerfer, dessen Grafik an die Darstellung von Sternbildern angelehnt ist. Innen dominieren eine schwebende Bedieneinheit, asymmetrisches Lenkrad und geräumigen Sitzkomfort – auch im Fond, dank 2,82 Meter Radstand. Der Kofferraum fasst 435 Liter, mit umgelegten Sitzen bis zu 1415 Liter.
Wie Kias Stromer EV 9 und EV 6 basiert auch der EV 4 auf der Elektroplattform E-GMP (Electric Global Modular Platform), wenn auch nur als 400-Volt-Version. Zwei Batterien mit 58,3 kWh und 81,4 kWh sind im Angebot, mit eher schwachen Ladeleistungen von bis zu 128 kW beim großen Akku und lediglich 101 kW beim kleinen Akku. Dennoch verspricht Kia eine Schnellladung von 10 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten. In Bewegung gesetzt werden beide Modelle durch einen 150-kW-Motor (204 PS), der die Vorderräder antreibt und ein Drehmoment von 283 Nm mobilisiert. Das Schrägheckmodell sprintet damit in 7,4 Sekunden, die Limousine in 7,7 Sekunden auf Tempo 100. Beide erreichen eine Spitze von 170 km/h.
Der EV 4 startet in den Ausstattungen Air, Earth und GT-line, serienmäßig mit großem Panoramadisplay, Infotainmentsystem, Zwei-Zonen-Klima und zahlreichen Assistenten. Die Preise starten hier ab 37.590 Euro (kleine Batterie) und 43.240 Euro (große Batterie). Der Fastback ist 30 Zentimeter länger, bietet 490 Liter Kofferraum, kommt nur mit großem Akku und kostet ab 47.140 Euro.
Kia deckt die Bandbreite in der Kompaktklasse zwischen klassischem Verbrenner, Hybrid und vollelektrischem SUV so konsequent ab wie kaum ein anderer Hersteller. Der Sportage selbst bleibt ein souveräner Alltagsheld mit spürbaren Verbesserungen im Antrieb, die E-Modelle bringen frischen Schwung ins Programm. Wer also künftig hier zwischen Turbobenziner, Diesel-Kraft und Elektro-Sofortschub wählen möchte, findet im Kia-Portfolio ein passendes Angebot. (aum)
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Kia Sportage.
Photo: Frank Wald via Autoren-Union Mobilität
Kia Sportage.
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Kia EV 5.
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Kia EV 5.
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Kia EV 4.
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Kia EV 4.
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Kia EV 4.
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Kia EV 4.
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Kia EV 4.
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Kia EV 4.
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Kia EV 4 Fastback.
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Kia EV 4 Fastback.
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Kia EV 4 Fastback.
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Kia EV 4 Fastback.
Photo: Kia via Autoren-Union Mobilität