Carlos Kella: „Mal macht der Ort, mal das Auto, mal das Model den Anfang“
9. November 2025 Von Jens Riedel
Carlos, Du bist gelernter Industriekaufmann und studierter Kommunikationswirt. Wie bist Du zur Fotografie gekommen?
„Ich habe in meiner Agentur schon immer eng mit Fotografen und Fotografinnen gearbeitet und hatte auch privat ein Faible fürs Fotografieren. Irgendwann musste ein Job so schnell umgesetzt werden, dass wir ihn kurzerhand selbst produzierten. Ab da war das Fotografieren plötzlich ein fester Bestandteil der Agentur. Später habe ich 2006 meinen ersten Bildband ,Private Arrangements' im Eigenverlag herausgebracht – daraus entstand dann 2012 Sway Books. Seitdem hat mich die Kamera nicht mehr losgelassen.“
Wie und wann entstand die Idee zu „Girls & legendary US-Cars“?
„Am Anfang habe ich vor allem im erotischen Bereich fotografiert. 2008 kam dann die Idee: ,Warum nicht mal ein paar Oldtimer mit ins Bild holen?' Wir starteten ein Shooting mit vier Ladies und einem ’67er Mustang – und die Resonanz war großartig. Zusammen mit meinem Freund Thomas kam dann die Idee zum Kalender. Die erste Ausgabe war 2009 – und nun sind wir schon bei Nummer 18!“
Wie findest Du die seltenen Autos für deine Fotos?
„Früher bin ich mit Visitenkarten über Oldtimertreffen gestiefelt und habe die Leute direkt angesprochen. Heute ist es genau andersrum – die Besitzer melden sich bei uns, oft aus ganz Europa. Für viele ist es inzwischen eine kleine Auszeichnung, im Kalender zu landen. Und ja – es gibt tatsächlich eine Warteliste.“
Und die Models?
„Ähnlich wie bei den Autos. Anfangs aktiv gesucht, mittlerweile melden sich viele von selbst. Das spricht sich einfach rum: Wir liefern nicht nur gute Bilder, sondern machen auch seriöse, professionelle, entspannte und vor allem spaßige Shootings. Aber natürlich gehen wir auch weiterhin aktiv auf Models zu.“
Warum hast Du Dich für das Wochenkalender-Format entschieden?
„Ganz einfach: Wir hatten damals nach einem Shooting viel zu viele gute Bilder, um uns auf zwölf für einen Monatskalender zu beschränken. Also haben wir kurzerhand gesagt: Dann eben 52! Daraus ist ein Wochenkalender geworden, und bei dem Konzept sind wir geblieben. Es gibt bis heute nichts Vergleichbares in dieser Form.“
Hast Du die Motive schon im Kopf oder entstehen sie spontan?
„Beides. Mal ist die Location zuerst da, mal das Auto oder das Model. Irgendwas macht immer den Anfang, und der Rest fügt sich dann. Wichtig ist uns immer ein abgestimmtes Farbkonzept – und fürs Styling sowie Hair und Make-up habe ich seit Jahren mit Antje Peters die perfekte Partnerin. Fun Fact: Für den Kalender 2025 stand sie erstmals auch selbst vor der Kamera.“
Wie findest Du Deine Locations?
„Manchmal nutzen wir bekannte Orte, aber immer aus neuen Perspektiven. Und klar – Hamburg haben wir nach 20 Jahren ziemlich abgegrast (lacht). Deshalb ziehen wir öfter durch den deutschsprachigen Raum oder machen Shooting-Reisen. Schweden, Kuba und die USA standen schon auf dem Plan – und das bleibt auch spannend.“
Was machst Du, wenn Du nicht an Girls & legendary US-Cars arbeitest?
„Langeweile ist bei mir ein Fremdwort. Neben der Fotografie laufen meine Agentur und der Verlag auf Hochtouren. Wir entwickeln Marken, gestalten neue Webauftritte und setzen komplette Foto- und Medienproduktionen für unsere Kunden um. Auch bei Sway Books wird es nie ruhig: Wir erweitern ständig unseren Webshop und tüfteln an neuen Produkten – aktuell experimentieren wir zum Beispiel mit einem eigenen Whiskey aus der Reihe ,The Taste of Carlos Kella'. Zusätzlich betreuen wir weitere Kalenderprojekte wie den TÜV Süd Classic Kalender, den Kalender für den Rennfahrer Tim Tramnitz und auch das Kalenderprojekt der Golden Oldies in Wettenberg. Und wenn dann doch mal Luft ist, organisiere ich mit meinem Sohn Burlesque-Abende und Partys in Hamburg. Also: immer Action, nie Stillstand.“ (aum)
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