Intermot 2025: Auf den Weg kommt es an
4. Dezember 2025 Von Jens Riedel
Immerhin halten die Big Four aus Japan und Triumph sowie BMW der Messe noch die Treue, um vor dem Saisonstart den zweitgrößten Motorradmarkt in Europa im Blick zu behalten. Die Besucher können sich noch vor der Saison die Neuheiten für 2026 anschauen und vor allem anfassen und Probe sitzen. Zudem finden sie einen Wheelie-Simulator und bekommen Stuntshows geboten.
BMW zeigt die neue F 450 GS, mit der endlich die große Lücke zwischen der G 310 GS und der F 800 GS geschlossen wird. Wer wollte, konnte sich gleich an einem Fotospot mit Offroad-Kulisse auf der neuen Zweizylinder ablichten lassen.
Honda zeigt die Serienversion der WN 7, die im vergangenen Jahr noch als Concept EV in Köln stand. Als weltgrößter Motoren- und Motorradhersteller hat sich das Unternehmen relativ viel Zeit für sein erstes Elektrokraftrad gelassen. 18 kW (24 PS) Dauer- und 50 kW (68 PS) Spitzenleistung treffen für knapp 15.500 Euro auf 217 Kilogramm Zweirad. Bei 129 km/h regelt die Elektronik weiteren Vortrieb ab.
Kawasaki präsentierte die mit Spannung erwartete neue KLE 500, mit der man an alte Zeiten anknüpfen will und sich, wie auch viele andere Hersteller, verstärkt wieder der Mittelklasse zuwenden. Schließlich haben auch Motorräder längst ein Preisniveau erreicht, das früher undenkbar gewesen wäre. Zudem muss sich verstärkt um den Nachwuchs gekümmert werden. Das tat die Intermot erneut auch mit der Sonderschau „Kickstarter 125“, mit drei Dutzend Exponaten vom zweckmäßigen Elektroroller bis zur schnittigen Yamaha R 125 im Supersportlerkleid.
Einen recht großen Auftritt hat Norton für den neuerlichen Anlauf, wieder Fuß zu fassen. Vielleicht gelingt es nun ja mit TVS im Rücken. Gezeigt werden die Zweizylinder Reiseenduro Atlas GT mit 585 Kubik und die 206 PS (152 kW) mit 1,2 Liter großem 72-Grad-V4.
Royal Enfield zeigt mit der Flying Flea sein erstes Elektromotorrad. Es kommt als Straßenversion C6 mit Riemenantrieb sowie als Scrambler S6 mit Kette und beidseitig deaktiverbarem Schräglagen-ABS. Mit den technischen Details und dem möglichen Preis hält sich die Marke aber noch zurück. Die Markteinführung ist für das Frühjahr geplant. Mit der neuen Bullet wird weiter auf der Klaviatur der 650 gespielt. Die Zahl der Derivate in der Baureihe erhöht sich damit auf ein halbes Dutzend.
Suzuki treibt die Rückkehr zu alter Modellvielfalt weiter neben den beiden GSX-8-Ablegern T und TT mit leichten Retroanklängen die SV-7 GX als modisches Crossover-Bike.
Bei Triumph steht die Trident 800 im Fokus, mit der die Briten den bei der 660er beschrittenen Weg umgekehrt haben, wo erst die Trident und dann die Tiger Sport eingeführt wurde. Ein Blickfang am recht großen Stand ist ebenso die Scrambler 400 XC in auffälligem Gelb. Sie ist wohl die schönste Verkörperung der kleinen Ein-Zylinder-Baureihe. Zudem werden die Modellpflegemaßnahmen für 2026 vorgestellt.
Yamaha ist mit einem der größten Stände in Köln vertreten. Das nächste Jahr steht hier ebenfalls im Zeichen vieler Modellpflegemaßnahmen und den 70th-Anniversary-Editonen in der klassischen Farbgebung Rotweiß. Mit der WR 125 R kehrt auch endlich wieder eine Enudro für das jüngere Publikum ins Programm zurück.
Der kalifornische Elektropionier Zero zeigt mit dem LS 1 seinen ersten Scooter und präsentiert mit der XB und der XE je ein offroadtaugliches, aber straßenzugelassenes Klein- und Leichtkraftrad, um Einsteiger anzusprechen.
Auffällig war, dass sowohl die italienischen als auch mittlerweile etwas etablierterte chinesische Marken Köln fernblieben. Neue Kunden gewinnt man auf einem in diesem Jahr um fast ein Viertel geschrumpften Markt so jedenfalls nicht unbedingt. Den Nerv der Faszination Motorrad fahren hat Norton zumindest verbal getroffen: „Es ist nicht das Ankommen, sondern der Weg dahin - und das Gefühl“, heißt es auf einem großen Werbedisplay am Messeiengang.
Die Intermot in den Kölner Messehallen muss ihren Weg zurück zu einem Stück alter Stärke allerdings weiterhin noch finden. Falls es dafür nicht schon zu spät ist. Die Stimmung unter den Ausstellern war am heutigen Eröffnungstag jedenfalls eher verhalten. Es scheint fraglich, ob der eine oder andere größere Hersteller im nächsten Jahr noch dabei wäre. Ducati zum Beispiel war es nicht mehr, nachdem im vergangenen Jahr in Köln sogar noch eine Weltpremiere gefeiert wurde und 2026 das 100-jährige Jubiläum ansteht.
Die Intermot geht noch bis Sonntag jeweils von 9 bis 18 Uhr. (aum)
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Intermot 2025: Triumph Trident 800.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: BMWF 450 GS.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Honda WN 7.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Kawasaki KLE 500.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Norton Atlas.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Norton Manx und Manx R.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Royal Enfield Flying Flea.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Royal Enfield Flying Flea C6.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Royal Enfield Flying Flea.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Royal Enfield Bullet 650.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Royal Enfield 350 Goan Classic, viel mehr Retro geht kaum.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Suzuki SV-7 GX.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Triumph Scrambler 400 XC.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Triumph Trident 800.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Yamaha R 7 in „70th Anniversary“-Lackierung.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Yamaha WR 125 R.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025.
Photo: Kölnmesse/Harald Fleissner Klerx via Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Zero LS 1.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Zero XB (dahinter XE).
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025.
Photo: Kölnmesse/Thomas Klerx via Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Elektrisches Kleinkraftrad Felq M1 mit faltbarem Lenker (das gab es früher schon einmal).
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025: Bridgestone war als einziger namhafter Reifenhersteller vertreten.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025.
Photo: Autoren-Union Mobilität
Intermot 2025.
Photo: Kölnmesse/Thomas Klerx via Autoren-Union Mobilität