Vorstellung Kia X-Ceed: Aufgefrischt in die zweite Halbzeit

Nach drei Jahren geraten auch erfolgreiche Autotypen in eine Art Midlife-Krise und werden deshalb von den Kreativen gerne fit gemacht für die zweite Hälfte ihrer Laufbahn. Das gilt auch für Erfolgsmodelle wie den Kia X-Ceed, der 2019 auf den Markt rollte und sich bald zum Bestseller der koreanischen Marke entwickelte. Der Crossover, der Elemente eines SUV mit einem sportlichen Auftritt kombiniert, rollt nun dezent überarbeitet in seine zweite Halbzeit.

Für das neue Modelljahr spendierten die Designer im europäischen Kia-Designzentrum in Frankfurt dem Bestseller eine neue Frontpartie mit der markentypischen „Tigernase“ samt modifiziertem Kühlergrill, Frontstoßfängern und abgeändertem Heck. Auch die 18-Zollfelgen bekamen einen neuen Auftritt, und gleichzeitig ergänzen drei neue Lackierungen das Angebot. LED-Frontscheinwerfer, und die neue Ausführung GT-Line mit einem dynamischeren Design vervollständigen die Modellpalette.

Im Innenraum blickt der Mensch hinter dem Lenkrad auf eine aufgeräumte Informationszentrale samt einem zentral angeordneten 10,25 Zoll großem Bildschirm. Die Sitze sind gut geformt und bieten viel Seitanhalt. Der Kofferraum lässt sich je nach Ausstattung über den Funkschlüssel öffnen, so dass die mitunter lächerlichen Verrenkungen entfallen, wenn ein Fuß den passenden Sensor sucht, um die Heckklappe zu öffnen. Das Gepäckabteil misst maximal 426 Liter. Bei den elektrifizierten Varianten verringert sich das Volumen allerdings deutlich auf 380 oder überschaubare 291 Liter.

Der X-Ceed ist, darauf legen die Kia-Verantwortlichen Wert, ein echter Europäer, der hier entwickelt wurde (einschließlich der unvermeidbaren Testfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife) und in der Slowakei vom Band läuft. Als einziger Vertreter der Kompaktklasse kommt die Ceed-Baureihe mit vier Karosserieversionen auf den Markt, wobei der X-Ceed die Rolle des beliebtesten Modells einnimmt.

Mit einem Anteil von 45 Prozent ist die Plug-in-Hybrid-Variante aktuell (noch) die beliebteste Version. Dieser Anteil wird, so ein Kia-Sprecher nach dem Ende der staatlichen Förderung im kommenden Jahr „wahrscheinlich auf 20 bis 25 Prozent sinken.“ Allerdings plant auch Kia einen Ausgleich für die endende Subvention. Wie hoch dieser sein wird, ist allerdings noch geheim. „Wir werden aber ein eigenes Programm anbieten“, hieß es bei der Vorstellung des überarbeiteten X-Ceed. Insgesamt erreicht Kia in Europa einen elektrifizierten Anteil von 24 Prozent.

Beim Plug-in-Hybrid verbünden sich ein 1,6-Liter-Benziner mit einem 44,5 kW (60 PS) starken Elektromotor zu einer Systemleistung von 141 PS (104 kW). Als Verbrauch verspricht Kia 1,2 Liter, und die Reichweite liegt dank der 8,9 kWh starken Lithiumionen-Polymer-Batterie bei realistischen 58 Kilometern. Die Leistung wird über ein Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder übertragen. Der Hybrid zeigte sich auf einer ersten kurzen Testfahrt rund um Frankfurt durchaus temperamentvoll, wobei allerdings auf rauem Untergrund die Geräuschdämmung schnell an ihre Grenzen kam. Das unveränderte Fahrwerk bereitet keinerlei vor Probleme, und bei Tempo 120 km/h übernimmt der Verbrenner den Vortrieb, der laut Herstellerangaben je nach Ladestand der Batterie dann zwischen 160 km/h und 193 km/h endet.

Neben dem Plug-in-Hybrid stehen drei Turbo-Benziner und ein Diesel als Mildhybrid in der Modellpalette. Die Motorisierung beginnt mit dem 1,0-Liter-Turbo mit 120 PS (88 kW). Der 1,5-Liter-Turbo leistet 160 PS (118 kW), und das sportliche Topmodell mit 1,6-Liter-Turbo kommt auf 204 PS (150 kW). Der Diesel erreicht 136 PS (100 kW). Die Preisliste beginnt bei 23.990 Euro für den Einliter und endet bei 40.590 Euro für den Diesel in der Top-Ausstattung Platinum. Der Plug-in-Hybrid kostet mindestens 36.890 Euro.

Während das Antriebsangebot unverändert bleibt, kommen mit der Modellpflege neue Assistenzsysteme in die Baureihe. Dazu gehört ein adaptiver Tempomat mit Stop-and-go-Funktion, der jetzt auch navigationsbasiert arbeitet und um einen Tot-Winkel-Assistenten erweitert wurde. Der Ausstiegswarner schreitet ein, wenn Fondspassagiere ein Fahrzeug oder Fahrradfahrer übersehen. Der Autobahnassistent wiederum hält den X-Ceed mit der gewählten Geschwindigkeit in der Spur und sichert den korrekten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. (Walther Wuttke/cen)

Daten Kia X-Ceed Plug-in Hybrid

Länge x Breite x Höhe (m): 4,39 x 1,82 x 1,48
Radstand (m): 2,65
Antrieb: R4-Benziner, 1580 ccm, 44,5-kW-Elektromotor
Gesamtleistung: 104 kW / 141 PS bei 5700 U/min
Max. Drehmoment: 265 Nm/1000–2400 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 11,0 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 1,2 Liter
Effizienzklasse: A+++
CO2-Emissionen: 29-31 g/km (WLTP)
Leergewicht (EU)/ Zuladung: min. 1519 kg / max. 511 kg
Preis: ab 36.890 Euro


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Kia X-Ceed.

Kia X-Ceed.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Kia


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