Formel E: Das ist Jaguars neuer Elektro-Racer

Neue Autos, neues Reglement und zwei neue Teams: Die neunte Formel E-Saison verspricht spannender als je zuvor und mit den neuen Gen3-Boliden leistungsstärker, schneller und effizienter zu werden. Wir haben uns den brandneuen Jaguar I-Type 6 bei seiner Enthüllung näher angeschaut.

Am 14. Januar 2023 geht in Mexiko-City die nächste Formel E-Weltmeisterschaft an den Start. Die neunte Saison verspricht noch mehr Action als bisher, denn neben einem neuen Reglement gibt es auch revolutionäre neue Autos: Die Rennboliden der dritten Generation (Gen3) haben sich radikal verändert, sie sind leichter, stärker und schneller. Jaguar hat in London seinen elektrischen Rennwagen präsentiert und gibt einen Einblick in den neuen I-Type 6. Laut Jaguar ist er der fortschrittlichste und effizienteste E-Bolide aller Zeiten, mit dem die Briten nun endlich nach der WM-Krone greifen möchten.

Mit der Saison 9 treten jede Mengen Änderungen in Kraft. Zum ersten Mal in der Formel E-Geschichte gibt es auch an der Vorderachse einen Elektromotor. In Verbindung mit dem zweiten E-Motor hinten kann der Jaguar I-Type 6 mit 600 kW nun doppelt so viel Energie zurückgewinnen als bisher. Aus diesem Grund verzichtet der Rennwagen auch auf klassische Bremsen an der Hinterachse und verzögert dort elektrisch. Die Leistung beziffern die Briten mit 350 kW (475 PS), bisher waren maximal 250 kW (340 PS) erlaubt. Auch ist der I-Type 6 im Vergleich zum Gen2-Fahrzeug um 74 Kilo leichter geworden und erreicht nun eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 320 km/h.

Die schnelleren und drehmomentstärkeren Gen3-Fahrzeuge werden beim Kampf um die Weltmeisterschaft definitiv für mehr Spannung sorgen. James Barclay, Teamchef von Jaguar TCS Racing, ist mächtig stolz auf seinen neuen Boliden. Doch bringen die elektrischen Formelwagen auch neue Herausforderungen mit. „Die Technik ist ein großer Schritt für die Formel E, doch ist mit der Gen3-Ära auch hochkomplex geworden“, sagt der gebürtige Südafrikaner. „Außerdem haben die neuen Hankook-Reifen im Vergleich zu den bisherigen Michelins eine völlig andere Charakteristik. Dadurch wird das wesentlich schnellere Auto für die Piloten auch schwerer zu fahren sein“, fügt Barclay hinzu.

Neben den vielen neuen Unbekannten für die nächste Saison sind zumindest die beiden Jaguar-Fahrer mit Mitch Evans und Sam Bird keine Fremden. Die erfahrenen und routinierten Piloten zählen bei Jaguar schon lange zum Team. Evans holte in der letzten Saison den Vize-WM-Titel. Sein Ziel lautet, genauso wie bei Teamkollege Bird, diesmal noch stärker anzugreifen und den Weltmeistertitel für Jaguar zu holen. Mit dem Jaguar I-Type 6 hat sich ihr Einsatzgerät aber nicht nur technisch radikal verändert. So geht der neue Bolide, statt wie bisher in grau mit türkisfarbenen Elementen, in Karbonschwarz und Satinweiß an den Start. Darüber hinaus sind beide Rennwagen zur besseren Unterscheidung jetzt asymmetrisch lackiert. Bei Evans befindet sich der große Jaguar-Schriftzug auf dem Auto auf der rechten Fahrzeugseite, bei Bird hingegen links.

Bevor die beiden Jaguar-Piloten ihr Renndebüt in Mexiko City geben, bereiten sie sich im Dezember bei ersten offiziellen Team-Tests in Valencia auf die Saison vor. Unter den insgesamt 11 Teams und 22 Fahrern sind mit McLaren und Maserati zwei neue Teams dabei, die die elektrische Rennserie bereichern sollen. Bei McLaren handelt es sich um das ehemalige Mercedes-Team. Darüber hinaus stehen in der nächsten Saison mit Indien (Hyderabad), Südafrika (Kapstadt) und Brasilien (Sao Paulo) auch neue Stadtkurse im Rennkalender der Formel E. Um die Kosten zu reduzieren, ist das Kohlefaser-Chassis und die Batterien für alle Teams gleich, beim elektrischen Antriebsstrang sowie der Hinterradaufhängung gehen die Hersteller hingegen eigene Wege und entwickeln selbst.

Nachhaltigkeit ist für Jaguar ein großes Thema. So haben sich die Briten im Rahmen einer Reimage-Strategie dazu verpflichtet, bis 2039 bei der gesamten Lieferkette keine Emissionen mehr zu erzeugen. Auch soll der I-Type 6 als Entwicklungslabor für kommende Serienfahrzeuge von Jaguar und Land Rover dienen. Ab 2025 wollen die Briten ihre Modelle in rein elektrische Fahrzeuge umwandeln, hierzu sollen die gewonnenen Erkenntnisse von der Rennstrecke auf die Straße transferiert werden. (Guido Borck,cen)


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Bilder zum Artikel

Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar


Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar


Jaguar Formel-E-Piloten Mitch Evans (l.) und Sam Bird.

Jaguar Formel-E-Piloten Mitch Evans (l.) und Sam Bird.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar


Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar


Jaguar Formel-E-Rennwagen mit Piloten Mitch Evans (l.) und Sam Bird.

Jaguar Formel-E-Rennwagen mit Piloten Mitch Evans (l.) und Sam Bird.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar


Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Jaguars Formel-E-Rennwagen I-Type 6.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar


Jaguar Formel-E-Rennwagen mit den Piloten Mitch Evans (l.), Sam Bird (r.) und Teamchef James Barclay (m.).

Jaguar Formel-E-Rennwagen mit den Piloten Mitch Evans (l.), Sam Bird (r.) und Teamchef James Barclay (m.).

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar


Jaguar Formel-E-Teamchef James Barclay.

Jaguar Formel-E-Teamchef James Barclay.

Foto: Autoren-Union Mobilität/Jaguar